Von Bewegungsmangel bis Pokémon Go: Wie tickt die heutige Jugend?


Laufen, Spielen, Toben ... eigentlich ist es doch so, dass Kinder vor Elan sprühen und mit einem natürlichen Bewegungsdrang und „Forschergen" auf die Welt kommen. Wie konnte es also passieren, dass ein Bewegungsmangel heute in aller Munde ist!? Und wie könnte der Nachwuchs zu mehr Aktivität im Freien animiert werden?

Dass Bewegungsdefizite bei Kindern und Jugendlichen heute eher die Regel denn die Ausnahme sind, beweisen verschiedene Studien, die unter anderem von den Kassen initiiert wurden.

Demnach schwinden die motorischen Fähigkeiten unserer Jugend und nehmen bereits beim Nachwuchs körperliche Probleme wie Übergewicht und Gelenkbeschwerden zu.

Rechtzeitig gegensteuern:

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So verweist die DAK-Gesundheit auf eine Studie, der zu Folge mehr als die Hälfte der befragten Kinderärzte ihren Patienten einen schlechteren Gesundheitsstatus als noch vor 10 Jahren attestiert hat.

Hier mögen, ohne Frage, die modernen Medien eine Rolle spielen. Dennoch stellt die sitzende Freizeitbeschäftigung mit Smartphone und PC kein „unabwendbares Schicksal" dar. Schließlich wird das Verhalten von Kindern auch durch die Vorbildfunktion der Eltern geprägt. Und das im positiven wie auch negativen Sinn. Denn „Kinder mit aktiven und gesundheitsbewussten Eltern finden eher einen Zugang zu Sport und Bewegung", erklärt Diplom-Sportlehrer Uwe Dresel.

Monsterjagd als Alternative?

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Immerhin scheint der Hype um Pokémon Go nun selbst notorische Couch-Potatos aus ihren Polstern zu locken. An sich eine gute Sache, wenngleich das Revival der kleinen, bunten Monster auch manch` kuriose Stilblüte im Gepäck hat:

So wurde in Berlin selbst das Holocaust-Mahnmal zur Spielarena erkoren, wohingegen in Essen begeisterte Monsterjäger als nächtliche Einbrecher im Grugapark ertappt wurden. Auch verschiedene Unternehmen haben bereits reagiert, und so ist, doch das nur am Rande, die Pokémon-Jagd auch schon arbeitsrechtlich ausgebremst worden.

Dennoch können verschiedene Experten dem Trend, der vor allem die Jugend mobilisiert hat, durchaus positive Züge abgewinnen. So argumentieren einige Psychologen, dass das Spiel Antriebsschwäche und leichte Depressionen zu bekämpfen vermag. Doch auch wenn sich viele so mehr bewegen und an die frische Luft gehen, kann Pokémon Go natürlich kein Ersatz für eine eventuell notwendige Therapie sein!

Psychische Probleme auf dem Vormarsch?

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Denn bei echten psychischen Problemen bedarf es natürlich fachkundiger Hilfe. Hierunter scheint bereits jedes fünfte Kind zu leiden. Die „Neurologen und Psychiater im Netz" verweisen (http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/k...) daher auf Warnzeichen wie Wutausbrüche, Ungehorsam und Prügeln.

Dabei empfehlen dann viele Experten (das auch bei Erwachsenen!) gerade mehr Bewegung als probates Mittel zum inneren Ausgleich und für eine bessere seelische Balance.

Bewegungsmangel und Ernährungssünden bekämpfen:

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Mens sana in corpore sano - schließlich wussten bereits die alten Römer, dass nur in einem gesunden und vitalen Körper ein wacher Geist schlummert.

Tatsächlich können sich Sport und Bewegung auch positiv auf die geistigen Leistungen auswirken. Das jedenfalls glauben schottische Forscher, die das Zusammenspiel von (mehr) Bewegung und einer schulischen Leistungsfähigkeit erforscht haben!

Gesundheitlichen Problemen vorbeugen!

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Zudem lässt sich bereits durch ausreichend Sport und Bewegung im Kindesalter späteren Gesundheitsproblemen wie Bluthochdruck, Diabetes und Gelenkbeschwerden vorbeugen. Vor allem kann so dem leidigen Thema, dem Übergewicht, der Kampf angesagt werden.

Davon sind, laut Kinderschutzbund Nordrhein-Westfalen, einmal mehr Kinder aus sozial benachteiligten Elternhäusern betroffen. Doch auch in der übrigen Gesellschaft stellen (http://www.kinderschutzbund-nrw.de/denkanst/Bewegu...) veränderte Ernährungsgewohnheiten, der häufige Verzehr von Fertiggerichten und Süßigkeiten sowie der gleichzeitige Verzicht auf Obst und Gemüse ein gravierendes Problem dar. Ein gesamtgesellschaftliches Problem, bei dem alle Beteiligten, natürlich die Eltern, aber auch Erzieher und öffentliche Einrichtungen gefragt sind. Denn dass die Mittagsverpflegung in Schulen und Kindergärten mitunter suboptimal ist, stellt kein großes Geheimnis dar.

Nicht umsonst plädiert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft für einen Qualitätspakt in Sachen Schulessen. Mehr noch: Laut Bundesernährungsminister Christian Schmidt sollte eine „Ernährungsbildung" sogar als Unterrichtsfach eingeführt werden. Denn 54 Prozent der Jungen und 21 Prozent der Mädchen in Deutschland können heute nicht kochen. Und nur jeder Dritte hat im Unterricht schon einmal etwas über gesunde Ernährung gehört.

Dabei ist eine gesunde Ernährung die Basis für ein gesundes und langes Leben!