TV-Betrug: Wie Charles Ingram fast zum Millionär wurde

Es war einer der größten Skandale der Fernsehgeschichte. Im September 2001 gewann Charles Ingram in der britischen Ausgabe von „Wer wird Millionär?" eine Million Pfund. Doch Ingram hatte den Sieg nicht seinem Wissen zu verdanken. Der Major der britischen Armee setzte auf einen raffinierten Trick. Die dilettantische Umsetzung bewirkte allerdings, dass er als Betrüger entlarvt wurde.

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Schon in der ersten Runde läuft es nicht gut. Charles Ingram braucht zwei Joker, um im Spiel zu bleiben. Obwohl auch in der zweiten Runde nur zu offensichtlich ist, dass der Offizier nicht den blassesten Schimmer hat, liegt er – welch ein Zufall – bei jeder Frage richtig.

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Auffallend nervös geht er jeweils die möglichen Antworten mehrmals laut durch, bevor er sich auf eine festlegt. Aus dem Publikum ist derweil wiederholt ein deutliches Husten zu vernehmen. Eigentlich nichts Auffälliges. Komisch bloß, dass das Husten genau dann auftritt, wenn Ingram gerade die richtige Antwort vorliest …

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Tatsächlich wird sich im Nachhinein herausstellen, dass die Frau des Majors Tecwen Whittock, einen Mitspieler der Quizshow, um Hilfe gebeten hatte. Sie hatte wohl nicht damit gerechnet, wie ungeschickt sich ihr Gatte verhalten würde. Wiederholt schießt er sich nämlich auf eine falsche Antwort ein, bevor Whittock eine Chance hat, zu husten. Einmal muss dieser den Offizier sogar mit einem laut geflüsterten „Nein" von der falschen Antwort abhalten.

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Ans Aufhören mag Ingram jedoch nicht denken. Und da ist sie, die alles entscheidende Millionenfrage: „Unter welchem Namen ist eine Eins gefolgt von hundert Nullen bekannt?" Die richtige Antwort – „Googol" – hat Ingram gemäß eigenem Bekunden noch nie gehört. Nach einigem Hin und Her und viermaligem Husten von Whittock wählt er sie trotzdem. Als der Moderator den Sieg verkündet, weiß sein Team bereits, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist.

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Der Rest ist schnell erzählt. Von der Million sahen die Ingrams keinen Penny. Dafür wurden sie zu einer bedingten Gefängnisstrafe verurteilt und mussten 115.000 Pfund an Verfahrenskosten und Strafe zahlen. Tragisch, denn die Mitarbeiter von „Wer wird Millionär?" glauben, dass sie Charles Ingram nicht auf die Schliche gekommen wären, wenn er bei 125.000 Pfund ausgestiegen wäre.

Hier das Video dazu:

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