Sicherer Kindertransport mit dem Fahrrad


ADVERTISEMENT

In der warmen Jahreszeit machen wir gern einen Ausflug mit dem Fahrrad ins Grüne. Manche Eltern sind aber etwas verunsichert darüber, ob und wie sie überhaupt ihr Baby oder Kleinkind sicher auf dem Fahrrad transportieren können. Im Folgenden soll daher auf die Vorzüge und Sicherheit von Kinderfahrradsitzen und Fahrradanhängern eingegangen werden.

Vor dem Lenker und entgegen der Fahrtrichtung

shutterstock

Diese "Mitfahrgelegenheit" ist gut geeignet für drei- bis vierjährige Kinder mit einem Körpergewicht bis ca. 15 kg. Man kann so mit dem Kind die ganze Zeit bequem sprechen. Bei dieser Konstruktion, das sollte man berücksichtigen, ändert sich etwas das Fahrverhalten des Rades, weil sich die zusätzliche "Last" am Lenker als ein recht großes (träges) Drehmoment bemerkbar macht. Der Fahrer muss auch ständig über das Kind hinweg oder seitlich an ihm vorbei schauen, was in komplizierten Verkehrssituationen eine erschwerte Bedingung darstellt.

In Fahrtrichtung zwischen Lenker und Fahrer

shutterstock

Diese Version ist ebenfalls für Kinder bis 15 kg geeignet. Das Kind hat so die beste Aussicht. Allerdings muss in diesem Fall Mama oder Papa eher etwas breitbeinig radeln. Das ist auf Dauer anstrengend und unbequem, aber bei kleinen Touren problemlos machbar. Auch in diesem Fall ist die Kommunikation mit dem Kind einfach.

In Fahrtrichtung hinter dem Fahrer

shutterstock

Auf diese Weise können auch noch Kinder bis 25 kg mitgenommen werden. Das Kind sitzt dabei recht sicher und ist auch vor Regen und Wind besser geschützt. Der Radfahrer hat dabei eine gute Bewegungsfreiheit, wobei aber auch die zusätzliche Last hinten das dynamische Fahrverhalten des Rades einschränkt. Das Kind hat eine stark verminderte Sicht nach vorne, was oft dazu führt, dass sich Kinder etwas zur Seite hinauslehnen. Eine Unterhaltung ist hierbei nur noch schreiend möglich.

Laut Expertenmeinung sind Kindersitze, die hinter dem Sattel auf einem starken Gepäckträger montiert sind, bei Sturz oder Unfall grundsätzlich sicherer.

Daran erkennt man einen guten Fahrradkindersitz

shutterstock

Die Sitzfläche sollte im Bereich des Schritts, also zwischen den Beinen, eine kleine Aufwölbung aufweisen. Im Zusammenwirken mit einem gut angepassten Hosenträger- oder Dreipunktgurt ist dann gewährleistet, dass das Kleinkind bei abruptem Bremsen im Sitz gehalten wird. Fußstützen mit Riemchen verhindern, dass die Füße des Kindes in die Radspeichen gelangen könnten. Die aufgedruckte Norm DIN EN 14344 besagt, dass der (getestete) Sitz die Anforderung an den großflächigen Speichenschutz erfüllt.

Die stabile Sitzschale sollte anatomisch richtig ausgeformt sein. Die variablen Fußstützen und alle Gurte können an die sich ändernde Größe des Kindes dynamisch angepasst werden. Die Sitzhalterung muss zusätzlich mit einer mechanischen Sicherung ausgestattet sein. Viele Modelle bieten auch eine Abdeckung für die Sattelfedern an, weil sich darin schon viele Kinder die Finger eingeklemmt haben.

Über den Fahrkomfort im Fahrradanhänger

shutterstock

Es gibt eine interessante Studie der Universität Wuppertal, die die Belastungen der Kleinkinder während des Transports in handelsüblichen Fahrradanhängern ohne Federung "vermessen" hat. Dabei wurden zum Teil Vertikalbeschleunigungen bis zum Zehnfachen der Erdbeschleunigung gemessen. Nicht einmal Astronauten setzt man beim Training solchen Belastungen aus. Vor allem die Beschaffenheit der Fahrbahn (Stichwort: Kopfsteinpflaster) übte dabei einen großen Einfluss aus.

Da die Kinder größere Unebenheiten auf der Fahrstrecke nicht sehen können, ist es ihnen nicht möglich, sich auf heftige Stöße körperlich und mental vorzubereiten. Inwieweit sich daraus nachweislich Rückenschäden ableiten lassen, ist noch nicht eingehend untersucht worden. Man kann aber sicher sagen, dass Babys auf jeden Fall noch nicht in den Fahrradanhänger gehören, nicht bevor die Kinder mindestens 12 Monate alt sind.

Worauf jeder beim Fahren achten kann

shutterstock

Entscheiden Sie sich für einen gefederten Fahrradanhänger, fahren Sie langsam und meiden Sie holprige Strecken. Es gibt heute viele gute geteerte Radwege. An Bordsteinkanten oder tieferen Querrinnen steigen Sie bitte ab und schieben das Gespann kraftvoll aber langsam über das Hindernis.

Show Comments ()