Schreibaby - die Geduld der Eltern auf Probe gestellt


Die ersten Wochen mit einem Neugeboren sind hart und kratzen ziemlich am Nervenkostüm der Eltern. Es ist bewundernswert und kaum vorstellbar für Außenstehende, wie viel Geduld und Einfühlungsvermögen Eltern für Ihre Babies aufbringen können. Natürlich ist jeder einmal den Tränen nahe und es gibt Momente der Verzweiflung, jedoch überwiegen die Situationen der Glückseligkeit und Zufriedenheit, gepaart mit unendlicher Liebe. Wie man seinem kleinen Baby helfen kann, um weniger zu schreien oder gar zu kreischen, erfahren Sie hier:

Es heißt zwar immer, dass Babies viel Schlafen, jedoch gibt es auch Exemplare, die entweder Tag und Nacht noch nicht unterscheiden können oder so geplagt sind von Reizüberflutung und Müdigkeit, dass sie nicht in den Schlaf finden.

Reizüberflutung – was ist das?

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Neugeborene sehen zwar zu ihres Beginn ihres Lebens noch nicht sehr viel (ca. von der Brust bis zum Gesicht der Mutter), aber ihr Gehirn arbeitet auf Hochtouren. Jeden Tag sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken sie etwas Anderes. Fremde Leute, die zu Besuch kommen, Mamas neues blumiges Duschgel, Papas stinkendes Rasierwasser, die von Mama gestern verspeiste Lasagne, deren Geschmack ein wenig in die Muttermilch übergegangen ist, eine Haustiere und Geschwister, die Laute von sich geben…. all das war in Mamas Bauch nicht bzw. kaum hörbar.

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Dort ist der Minimensch neun Monate lang herangewachsen. Es war dunkel, wohlig warm,nur der Herzschlag und ein pulsierendes Rauschen war zu hören. Mamas Stimme erkennen die kleinen Wesen aber sofort, denn die haben sie tagtäglich gehört. Man kann es sich wohl so vorstellen, als würde in der Badewanne unter Wasser tauchen. Alle Geräusche sind dumpf. Man hört seinen eigenen Herzschlag und sonst nahezu nichts.

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Wie überfordernd sind dann die ersten Wochen als Neugeborenes? Natürlich gibt es einerseits so viel zu entdecken, andererseits kann einem das ganz schnell zu viel werden und das einzige Mittel um alles erträglicher zu machen ist Schreien. All den Frust, Kummer und die Angst schreien Babies heraus. Sie haben ja auch kein anderes Kommunikationsmittel. Neugeborene können nicht sagen, dass ihnen etwas zu viel ist. Sie können einfach nur schreien. Wahrscheinlich wünschen sich die kleinen Babies wieder zurück in den Bauch. Darum beruhigen sie sich meistens, wenn man den Zustand im Mutterleib nachahmt mit Pucken, Schhhh-Lauten und rhythmischen Bewegungen.

Warum Schlafen so wichtig ist für den kleinen Menschen

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Jeder Mensch, egal ob jung oder alt, verarbeitet die Geschehnisse des Tages im Schlaf. Auch das Unterbewusste muss aufgearbeitet werden. Noch wichtiger als für Erwachsene ist ein guter, erholsamer Schlaf für Kinder.
Das Baby-Gehirn muss erst lernen zu unterscheiden, welche Informationen wichtig und unwichtig sind. Es ist daher anzunehmen, dass sich ein Baby fühlt, wie ein Erwachsener, der den ganzen Tag im Kino verbracht hat: müde, überfordert und aufgekratzt. IM Mutterleib ist nicht all zu viel passiert – hier in der Welt passiert jede Sekunde etwas Neues. Jeder Erwachsene kennt das Gefühl die halbe Nacht schlaflos im Bett gelegen zu sein. Man fühlt sich funktionslos, müde und gerädert – und genau das sollte man bei Babies vermeiden.
Aber wie soll das Baby das alles lernen, geboren aufwachsen und gedeihen sowie Leistung (an der Brust/Flasche) bringen, wenn es keine Energie hat?

Schlafen lernen kann schwierig sein

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​Zunächst sollte man versuchen einen geregelten Alltag zu schaffen: Aufstehen, wickeln, waschen, anziehen, füttern, spielen, kuscheln und schlafen. Zunächst ist es wichtig die offensichtlichen Bedürfnisse zu stillen. Da sind Hunger, frische Windel und Nähe.

Bei Neugeborenen, die nicht zur Ruhe finden, ist es wichtig die Wachphasen intensiv zu nutzen mit Spielen, Spazieren gehen, baden, etc. Wenn das kleine Wesen dann unruhig wird, ist es Zeit in ein abgedunkeltes Zimmer zu gehen. Der Wiegegriff, Schnuller in den Mund und so lange am Gymnastikball hüpfen oder im Schaukelstuhl wippen, bis das Baby kurz vor dem Einschlafen ist um es dann in sein Bett zu legen. Diese aktive Phase ist sehr wichtig, damit das Kind sich im Anschluss entspannen kann. Als Eltern muss man dem Kind beibringen, wie es sich entspannt in den Schlaf finden kann. Diesen Ablauf wiederholt man Tag ein, Tag aus und irgendwann werden die entspannenden Phasen, die das Kind benötigt um einzuschlafen, immer kürzer

Hier noch eine Checkliste an möglichen Störfaktoren für ein Baby, die es beim Einschlafen stören könnte:

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1. noch nicht ruhig genug (pucken, Wiegegriff, Schnuller, Wiegen, Schhh-Laute)
2. zu hell/zu dunkel
3. zu laut/zu leise (Mutterleibs-Geräusche oder Spieluhr)
4. doch noch hungrig, nasse Windel, Bauchweh (medizinische Produkte, Kirschkernkissen, Fliegergriff), zu kalt/warm, Zähne (Zahlungsgel und homöopathische Kugeln)
5. nicht genug Nähe (Baby und Mami Skin-to-Skin) oder Tragetuch/Tragehilfe
6. Tuch/Decke zum Kuscheln