Schlaflernprogramme für Babys - Bitte nicht


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Mit sogenannten Schlaflernprogrammen sollen Babys lernen, alleine durchzuschlafen. Wenn das Baby nachts schreit, soll man es nicht (oder, je nach Methode, zumindest nicht direkt) trösten und auch nicht stillen oder füttern.

Schon lange stehen die Schlaflernprogramme in der Kritik. Psychologen gehen sogar davon aus, dass die empfindliche Kinderseele schweren Schaden durch diese Behandlung nehmen.

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Lässt man das Baby einfach schreien, erschüttert man dessen Urvertrauen und das Kind erlebt eine traumatische Erfahrung. Diese kann wiederum dazu führen, dass das Kind später an Angststörungen, Depressionen oder anderen stressbedingten Erkrankungen leidet.

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Dennoch werden diese Programme noch immer angewendet. Besonders verbreitet ist die Ferber-Methode. Hierbei sollen die Eltern ihr Baby nach und nach immer länger schreien lassen, zwischendrin dürfen sie nur kurz zu ihrem Kind gehen. Ziel ist, dass es alleine und ohne zu schreien durchschläft. Wird dies erreicht, glauben die Eltern, dass das Kind gelernt hätte, ohne Hilfe einzuschlafen. Tatsächlich hat es aber nur aufgegeben. Eine pure Qual für das Kind also und natürlich auch für die Eltern, die ihr Kleines natürlich ungern schreien lassen.

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Bemerkenswert ist, dass sogar der Erfinder dieses Schlaflernprogramms, Dr. Ferber, sich mittlerweile von seiner eigenen "Therapie" distanziert. In einem Interview sagte er zu seiner Methode: „Ich wünschte, ich hätte diese Sätze nicht geschrieben. Sie stammen aus der herkömmlichen Literatur. Es sind Pauschalaussagen, die einfach nicht stimmen."

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In Deutschland wurde die Ferber-Methode, die in den 1980er Jahren erfunden wurde, primär
durch den vermeintlichen Ratgeber „Jedes Kind kann Schlafen lernen" bekannt. Die Autoren
Annette Kast-Zahn und Hartmut Morgenroth behaupten hier, dass Babys so früh wie möglich lernen müssten, alleine zu schlafen. Jegliche Einschlafhilfen seitens der Eltern, auch das Schlafen im Ehebett, würden dazu führen, dass sich das Kind daran gewöhnt und nicht mehr ohne schlafen kann. Spätesten nach dem ersten halben Lebensjahr sollte ein Kind, so die Autoren, elf Stunden pro Nacht durchschlafen können.

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Doch wie sollten übermüdete, verzweifelte Eltern stattdessen reagieren? Hier kann die Antwort nur darin liegen, viel Geduld zu haben. Das Baby schreit, weil es die Nähe der Eltern braucht. Abhilfe kann hier zum Beispiel eine Babybucht oder ein Babybettchen neben dem elterlichen Bett schaffen. Dies wirkt auf die meisten Kinder beruhigend und sie können besser schlafen. Auch feste Einschlafrituale können den Kleinen die Sicherheit geben, die sie in diesem Alter brauchen.

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Wichtig ist, dass die Eltern nie vergessen, dass das Baby sie nicht aus Boshaftigkeit um ihren Schlaf bringt, sondern einfach nicht anders kann. Durch diese Phase müssen fast alle Eltern durch - nur wenige haben das Glück, dass ihr Baby schon sehr schnell von alleine durchschläft.

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