Orale Phase: wenn Kinder die Welt mit dem Mund entdecken


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Kleinkinder entdecken ihre Welt, indem sie an allem lutschen, kauen oder saugen. Damit die Kleinen nichts Falsches oder gar Gefährliches probieren, müssen Eltern gut aufpassen. Babys kennen noch keinen Ekel und schieben sich daher alles ungeprüft in den Mund. Aber nicht alles, was unappetitlich oder widerlich aussieht, ist auch gesundheitsgefährdend.

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Schon unmittelbar nach der Geburt probieren Babys ihre Finger und stecken sie in ihren Mund. Das ist nicht verwunderlich, da sie bereits während der Schwangerschaft ausgiebig am Daumen im Mutterleib genuckelt haben. Es dauert in der Regel vier bis fünf Monate, bis die Kleinen dann in der Lage sind zu greifen, um Gegenstände gezielt zum Mund zu führen. Ab diesem Zeitpunkt beginnen Babys, die Welt mit ihrer Zunge sowie mit ihren Lippen zu entdecken.

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Babys probieren dabei, welchen Geschmack und welche Konsistenz Gegenstände haben oder ob sie eher warm oder kalt sind. Einige Kinder tun das sehr ausgeprägt und testen mit dem Mund einfach alles, was sich gerade greifen lässt. Der Zeitraum, in dem Kleinkinder durch Schmecken die Welt erkunden, wird als orale Phase bezeichnet. Im Allgemeinen endet sie im Alter von etwa eineinhalb Jahren.

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Solange Babys noch nicht laufen oder umherkrabbeln können, brauchen sich Eltern keine großen Gedanken über die oralen Sinneserfahrungen ihrer Kleinen zu machen und können sie ganz gelassen beobachten. Babys bekommen ja in der Regel nur die Gegenstände zu fassen, die ihnen von den Erwachsenen angeboten werden. Das können etwa Greifringe, Bauklötze wie auch Kuscheltiere sein.

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Die Lieblingsobjekte der Kleinen sollten in regelmäßigen Abständen gereinigt werden. Es reicht oft schon, Plastik- oder Holzspielzeug unter fließendem Wasser abzuspülen und Kuscheltiere bei der täglichen Wäsche mit in die Waschmaschine zu geben. Es ist nicht notwendig, die Dinge zusätzlich zu desinfizieren. Wenn Kinder in der Krabbelgruppe die speicheltriefenden Sachen des Spielpartners abschlecken, so mag das sicher für viele Eltern widerlich anzusehen sein. Es ist zwar nicht hygienisch, bringt die Kleinen aber auch nicht um.

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Anstrengend wird es für Eltern erst, sobald Kinder mobil werden und krabbelnd die Wohnung entdecken. Nun müssen die Erwachsenen aufpassen, dass sie keine gefährlichen Dinge in den Mund stecken können. Dabei lautet die Devise, alles, was nicht für kleine Kinderhände bestimmt ist weg- oder hochzustellen. Sollte es sich einmal nicht vermeiden lassen, dass Kleinkinder für einen kurzen Augenblick unbeaufsichtigt sind, sollten sie in einen sicheren Laufstall gesetzt werden.

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Gefährlich für Babys sind kleine sowie spitze Gegenstände. Murmeln, Holzperlen, Erdnüsse oder Legosteine: Je kleiner die Dinge sind, umso gefahrvoller sind sie, da sie beim Verschlucken auch leicht in die Luftröhre geraten können. In vielen Fällen können Kleinkinder die Gegenstände wieder aushusten, doch gelegentlich setzen sie sich vor dem Kehlkopf fest. Die Kleinen bekommen dadurch keine Luft mehr. Münzen hingegen sind meist harmlos, denn im Allgemeinen rutschen sie die Speiseröhre runter und werden vom Körper wieder ausgeschieden.

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Nicht in Reichweite kleiner Kinder gehören ebenfalls giftige Dinge. Auch hier ist die Liste der gesundheitsgefährdenden Sachen lang. Medikamente gehören ebenso dazu wie Putz- und Spülmittel, Pflanzendünger oder auch volle Aschenbecher. Je nach Tabakdosis kann ein verschluckter Zigarettenstummel für ein Baby sogar tödlich sein. Generell gilt bei Vergiftungen, möglichst schnell den Rettungsdienst unter 112 oder die regional zuständige Giftnotrufzentrale zu alarmieren.

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Einige Dinge sind dagegen nicht so schlimm. Katzen- oder Hundefutter aus dem Fressnapf oder Dreck und Staubflusen vom Boden können in einem unbeobachteten Moment das Interesse jedes Kindes erwecken. Aber auch das Probieren von Ohrenschmalz oder der eigenen Popel zählt bestimmt zu den Geschmackserlebnissen eines Kleinkindes. Erwachsene schüttelt es da, doch diese Ereignisse gehören zur oralen Phase dazu und sind für die Entwicklung der Kinder wichtig.

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