Keine Kindererziehung ohne Musik


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Die Aufgabe der Eltern ist es, ihren Kindern Chancen für die Zukunft auf den Lebensweg zu geben. In der Musik liegen gleich mehrere Chancen, auch dann, wenn das Kind kein Profimusiker werden wird und werden will. Warum ist das so? Wer Musik macht, setzt sich ernsthaft und gleichzeitig mit verschiedenen Themen auseinander, dazu gehören Taktgefühl, der technische Umgang mit einem Instrument, Noten lesen und rechnen (transponieren), Zusammenspiel mit anderen (Teamwork), Stilrichtungen, Musikgeschichte, Kultur, Sprache, Lyrik und viele andere mehr.

Wenn wir es erreichen, das Kind nicht mit langweiligen, stundenlangen, ermüdenden Fingerübungen zu demotivieren, sondern zeigen können, dass Musik auch immer mit Spaß und Freude verbunden ist, dann eröffnen wir unserem Kind ein wunderbares Universum.

Früher Beginn ist eine Erfolgsgarantie

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Umgekehrt bereichert auch das Kind seine Eltern mit Glück. Jeder, der es mal versucht hat, in höheren Jahren etwas Neues, insbesondere ein Instrument oder Gesang zu lernen, weiß, wie schnell man an seine Grenzen stößt und einfach nicht mehr weiter kommt. Kinder lernen dagegen ganz anders, nicht so kognitiv, sondern gefühlsbetont und biologisch. Letzteres hängt damit zusammen, dass sich Nervenbahnen und Synapsenübergänge noch ausbilden, das bedeutet, dass das, was als Kind erlernt wird, sich im Gehirn und im Nervensystem "fest verdrahtet" und dann immer wieder mühelos abgerufen werden kann.

In der Folge ist bei Kindern auch der Lernfortschritt enorm groß. Während der erwachsene Klavieranfänger nach 2 Jahren so langsam mal "Hänschen klein" fehlerfrei von den Noten ablesen kann, hat der Achtjährige, der mit 6 Jahren anfing, bereits seinen ersten öffentlichen Auftritt im Landeswettbewerb von Jugend-Musiziert. Das füllt die Elternbrust mit Stolz, und das Kind lernt von früh an, mit Lampenfieber umzugehen und es zu überwinden, eine wichtige Erfahrung, die ihm auch viel später bei Vorträgen und öffentlichen Reden zugutekommen wird.

Welches Instrument ist am Besten?

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Jeder Mensch bringt gewisse Talente und auch Abneigungen mit auf die Lebensbühne, daher wäre es falsch, die Vielfalt an dieser Stelle mit der Antwort "Gitarre" zu konterkarieren. Auch das ist wieder eine Aufgabe der Eltern, mit viel Sensibilität herauszufinden, was dem Kind am besten in der Hand liegt. Aber seien wir auch mal ehrlich: Nicht alle Eltern verfügen über unbegrenzte finanzielle Mittel.

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Selbst wenn wir der Meinung sind, dass es ein Flügel sein sollte, reicht es oftmals höchstens für eine Gitarre, derartige Einschränkungen sind leider die Realität für viele Eltern. Dennoch sollten wir auf keinen Fall den Fehler machen und darauf insistieren, dass das Kind die billige Triangel oder C-Flöte lernen muss. Manche Instrumente, gerade auch jene elektrischen Chinaprodukte aus Plastik, haben so begrenzte Möglichkeiten, dass sie jedem Kind ihre natürlich vorhandene Liebe zur Musik nach wenigen Tagen verleiden.

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​Das Klavier, und es darf auch ein elektrisches Klavier mit einer guten Anschlagsdynamik sein, ist hierbei sicherlich eine Königsdisziplin, aber bitte, ganz wichtig, fangen Sie nicht mit einem Keyboard an. Wenn der Jugendliche dann schon richtig gut Klavierspielen kann, wird er sich vielleicht im Rahmen einer Band selbst ein Keyboard zulegen, nur so herum wird ein Schuh draus.

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Die Trompete oder das Saxofon könnte einen besonderen Reiz auf ein Kind ausüben, aber sie richtig anzublasen ist sehr schwer und könnte die im Wachstum befindliche Lunge eines kleinen Kindes überfordern.

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Die Gitarre ist so genial wie leicht, kann man sie doch bei jedem Lagerfeuer und auf jeder Reise gleich dabei haben. Wir wissen aber auch, dass die kleinen Kinderhände meistens noch nicht kräftig genug sind, um die schwer zu drückenden Barrégriffe gut zum Klingen zu bringen.

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Die Geige bzw. Violine ist wieder so ein Dauerbrenner in der kindlichen Musikerziehung, denn sie kann mit dem Kind "mitwachsen". Es ist also gar nicht besonders sinnvoll, sofort eine gute teure Geige anzuschaffen, denn an den Musikschulen kann man sich meistens zu erschwinglichen Preisen zunächst eine Viertelgeige, dann eine halbe Geige und auch eine normal große Violine leihen. Erst dann, wenn das Kind groß genug ist und bereits richtig gut Violine spielt, ist der Zeitpunkt gekommen, wenn alle gemeinsam den Kauf eines guten Instruments, das dann auf ewig ein Familienmitglied sein wird, tätigen.

Kann man auch ohne Noten spielen?

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Natürlich kann man das, aber will man das? Viele Eltern und auch Lehrer sehen in den Noten etwas Zwanghaftes, das die Freiheit der Musik nur einschränkt. Dabei ist die Notenschrift gar nicht so kompliziert, sie ist sehr schnell erlernbar und ermöglicht es, komplexe Passagen nachspielen und einüben zu können, deren schnelle Folge und Struktur von Einzeltönen das Gehör allein nicht immer auflösen kann. Für die Notenschrift braucht ein Kind Abstraktionsvermögen. Umgekehrt gilt, dass kleine Kinder, die noch nicht über Abstraktionsvermögen verfügen, dieses aber schneller entwickeln können, wenn sie viel mit Noten konfrontiert werden. Im Ergebnis wird die Intelligenz ganz allgemein befördert, was sich dann später auch im Physik- und Mathematikunterricht positiv bemerkbar machen wird.

Noten lesen zu können, kann auf jeden Fall nicht schaden. Wer eine längere Zeit lang Musik gemacht hat, wird sich dann ohnehin für seinen Weg mit oder ohne Noten entscheiden, egal ob Kammermusik, Rockband, philharmonisches Orchester, Sänger, Barpianist oder Jazzband.

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