Die Angst vor dem Klomonster - wenn Kinder sich nicht auf die Toilette trauen


Warum will mein Kind nicht auf die Toilette gehen? Die anderen Kinder in der KiTa-Gruppe sind doch schon lange soweit. Die Tochter einer Freundin war mit zwei Jahren schon nachts trocken und der kleine Sven von gegenüber meldet immer laut und deutlich, wenn er mal muss. Der ist doch auch gerade erst drei geworden. Warum will mein Kind mit fast vier Jahren nichts von dem Thema wissen?

Das macht mich manchmal wahnsinnig. Nicht nur einmal war ich richtig verzweifelt. Der Kinderarzt meinte zwar, es müsse keine medizinische Ursache haben, aber meine Mutter sagt, da stimmt doch was nicht. Ich weiß nicht mehr weiter!

Erkennen sie sich vielleicht wieder? Dann sollten sie jetzt weiterlesen. Alle anderen sind natürlich auch herzlich eingeladen.

Kennen sie das Phänomen vom Kind, das nicht auf die Toilette gehen will? Sie sind nicht die einzigen Eltern, denen es so geht. Es gibt viele Kinder, die nicht zum magischen Stichtag des dritten Geburtstages alle Toilettengeschäfte im Griff haben. Die Gründe dafür sind vielfältig. Manche Kids wissen ja eigentlich, wie es läuft und scheinen einfach keine Lust zu haben. Andere Lieblinge entwickeln eine richtige Wut bei dem Thema oder sie beschreiben Ängste, die nicht immer greifbar sind. Da kann schon mal ein Toilettenmonster zum Kern des Übels werden. Doch was irgendwie niedlich und skurril klingt, fühlt sich für ein Kind wie eine echte Bedrohung an.

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Sprechen sie bei Gelegenheit mit dem Kinderarzt offen über das Thema. So kann er mit ihnen erörtern, ob ein medizinisches Problem vorliegt. Dies kommt aber wirklich nur selten vor.

Wenn eine medizinische Ursache ausgeschlossen wurde, können sie in Ruhe einen Schlachtplan entwickeln, um ihren Schatz beim Abenteuer Klo zu unterstützen. Wichtig ist, dass sie als Eltern gemeinsam handeln. Bei verschiedenen Ansätzen könnte ihr Kind zusätzlich verwirrt werden.

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Verständnis ist alles! Aber Verständnis ist auch sehr anstrengend. Ein Beispiel: Das Kind hat zum dritten mal am Tag versichert, sich zu melden wenn sich Harndrang ankündigt. Während man dann zum dritten mal am Tag auf den Knien rutschend die Pipipfütze wegschrubbt, kann Frust aufkommen. Bleiben sie tapfer. Es geht nicht nur ihnen so.

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Ein Buch über das Toilettenmonster lesen, ein Tablet mit dem Lieblingsfilm im Bad platzieren, oder so lange auf dem Töpfchen verharren, bis etwas passiert...Die guten Ratschläge von Verwandten und Freunden sind gut gemeint. Doch diese Tipps können ebenso gut gemeint wie nervig sein. Spätestens dann, wenn sie den Trick schon längst ausprobiert haben, der ihnen gerade als ultimative Problemlösung präsentiert wird. Denken sie daran, dass die Menschen ihnen damit helfen möchten. Sie wollen sie nicht als Eltern herabwürdigen. Bedanken sie sich für das Interesse und entscheiden sie selbst, welcher Vorschlag ihnen helfen könnte.

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Das richtige Alter gibt es nicht. Ihr Kind wird zur Toilette gehen, wenn es soweit ist. Bis dahin heißt es wischen, waschen und warten. Vergessen sie Rückschlage und feiern sie kleine Fortschritte. Der Gang zur Toilette ist ein großer Meilenstein. Manchmal braucht ein Kind einfach ein bisschen Zeit und Mut dafür. Geben sie ihm beides mit auf den Weg!