Brauchen Kinder Haustiere?


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Irgendwann kommt fast bei jedem Kind der Zeitpunkt, wenn es sich ganz dringend ein eigenes Haustierchen wünscht. Das ist kein Anlass zum Schock, sondern einer zur Freude, denn es zeigt, dass sich das Kind auch mental absolut normal entwickelt hat und eine soziale Verantwortung für einen "abhängigen Unterlegenen" übernehmen möchte. Eltern sollten diesem Wunsch nicht grundsätzlich ablehnend gegenüberstehen, sondern mit Wohlwollen, Fürsorge und Fairness das Geschehen in die richtigen Bahnen lenken.

Positive Auswirkungen von Haustieren auf Kinder

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In den meisten Fällen entwickeln Kinder zu ihren Haustieren in der Tat eine innige Freundschaft, und mehr noch, sie sprechen mit ihren "engsten Vertauten" sogar über ihre Sorgen und Nöte, was zuweilen eine wichtige Entlastung für die kleinen, empfindsamen Seelen sein kann. In vielen Studien wurde darüber berichtet, dass bei vielen Grundschülern, die Haustiere besitzen, besonders vorbildliches Sozialverhalten innerhalb des Klassenverbandes festzustellen ist. Und der mangelhafte Tierbezug von Stadtkindern kann in gewissem Rahmen durch das Haustier kompensiert werden. Das eigene Haustier fördert beim Kind auf eine angenehme spielerische Art das Verantwortungsbewusstsein, die Kommunikationsfähigkeit, die Rücksichtnahme und die soziale Kompetenz.

Was wir mit den Kindern klären müssen

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Zwar ist das Haustier ein guter Freund und Kuschelpartner, aber das Tier ist auch lebendig und muss täglich versorgt werden, wozu auch die Entsorgung seiner Exkremente gehört. Und genau diese Tatsache darf dann nicht zu einem zusätzlichen Problem der Eltern werden, die sich über einen Mangel daran in aller Regel nicht beschweren können. Das Tiere liebende Kind sollte vom Ansatz her alt und reif genug sein, um sich wirklich selbst verantwortungsvoll um das Tier kümmern zu können.

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So müssen wir unseren Kindern von vornherein klarmachen, wie sehr ihr Haustier darunter leiden würde, wenn das Kind sein hoch und heiliges Versprechen des täglichen Kümmerns nicht einlösen würde. Dass wir als Eltern keine Zeit dafür haben und sie uns auch nicht nehmen werden sowie die Konsequenzen daraus, sollten wir unseren Kindern konsequent und ohne Beschönigung klarmachen, nur so können sich schließlich die oben genannten positiven Aspekte eines Haustieres auf das Kind entfalten.

Welches Tier passt in unsere Familie?

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Wenn sich das Kind seiner Verantwortung bewusst ist, sollte es sich das Tier auch aussuchen dürfen. So ganz grenzenlos geht das allerdings nicht. Eine Python, Cobra oder ein Alligator in der Stadtwohnung wäre nicht nur eine Quälerei für das Tier, sondern eine lebensgefährliche Bedrohung für alle Familienmitglieder und vielleicht sogar für den ganzen Stadtbezirk. Es ist klar, dass sich das Spektrum passender Tiere für eine Stadtwohnung auf Hund, Katze, Hase, Fische, Salamander & Co. beschränkt.

Die Haltung von Kleintieren wie zum Beispiel Zierfische, Wellensittiche oder Meerschweinchen darf vom Vermieter per Gesetz nicht verboten werden, bei Hund und Katze tut bereits ein Blick ins Kleingedruckte des Mietvertrages Not.

Wir empfehlen das Experiment

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Bevor also die Dogge oder das Pferd angeschafft wird, ist es durchaus sinnvoll, sein Kind zunächst im Umgang mit einem Hamster, Gecko, Wasserschildkröte oder einer weißen Maus zu beobachten. Gerade weil diese Tiere zuweilen etwas langweilig sind, zeigen sie auf, ob und wie schnell das Kind sein Interesse verliert, bzw. ob das Kind auf jeden Fall seine Pflichten erfüllt. In den Wissenschaften würde man dies einen "Testballon" nennen. Aber es gibt noch einen Aspekt, über den sich die Eltern klar werden müssen: Wenn das Kind mit 10 Jahren einen Hund bekommt, dann lebt der Hund bei guter Pflege 15 Jahre in der Familie. Aber vielleicht schon nach 8 Jahren findet das inzwischen erwachsene Kind einen Studienplatz in einer anderen Stadt, bei wem bleibt dann wohl der Hund?

Die finanzielle Seite der Tierliebe

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Zur Tierhaltung gehören zunächst die Anschaffung des Tieres und das tägliche Futter. Bei Hunden fällt eine regelmäßige Hundesteuer an, die je nach Rasse recht unterschiedlich ausfallen kann. Auch im Urlaub muss die Versorgung des Tieres gewährleistet sein, wofür vielleicht dem Nachbarn ein kleiner Obolus zu zahlen ist. Was irgendwann sehr stark zu Buche schlägt, das sind die erforderlichen Arztbesuche. Da können sich unüberschaubar hohe Summen auftürmen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Familienmitglied beispielsweise eine Tierhaarallergie hat oder diese mit der Zeit entwickelt, ist durchaus nicht gering. Wenn in diesem Fall das Tier nicht ins Tierheim soll, braucht der Allergiker permanent Medikamente, oder er bezieht eine andere Wohnung. Auch das sind alles erhebliche Folgekosten, die man bei der Entscheidung für ein Tier im Blick haben sollte.

Probieren geht über Studieren

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Vor der Anschaffung eines eigenen Tieres ergibt sich oftmals die Gelegenheit, den Hund eines Nachbarn oder Freundes zu betreuen, solange der Bekannte im Urlaub oder krank ist. Es ist auch ein netter Zug, wenn man mal einen armen Hund aus dem Tierheim holt, um mit ihm in Freiheit paar Stunden herumzutollen. Bei diesen Gelegenheiten zeigt es sich gut, ob unsere Kinder wirklich mit Tieren umgehen können und wollen. Auf der anderen Seite erweist sich so manches Tier aus dem Tierheim so dankbar, glücklich und treu, dass man es gar nicht mehr abgeben mag.

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