12 verrückte Dinge, die unsere Vorfahren gemacht haben

Für uns ist der alltägliche Wahnsinn normal.

Wir bewegen uns zumindest scheinbar souverän durch das totale Tohuwabohu. Aber wie lange wird das noch so bleiben? Andere Länder, andere Sitten. Und dazu noch die Zeiten, die sich ändern. Kein Grund zu Sorge oder gar Panik! Das Wahrscheinlichste ist, dass es einfach beim totalen Tohuwabohu bleibt.

Und wir weiter unsere Wellen reiten. Aber da kann ein Vergleich mit der Vergangenheit schnell Klarheit schaffen. Welche akzeptierten aber auch ungeschriebenen Regeln galten zu anderen Zeiten? Immerhin hatte man schon unseren Vorfahren den einen oder anderen Floh ins Ohr gesetzt und auch sie hatten nie alle Tassen im Schrank. Und was ist dabei schließlich herausgekommen? Wir! Der menschliche Fortschritt in Reinform.

Hier findest Du einige Beispiele dafür, welche aberwitzigen Skurrilitäten schon an uns vorbeigegangen sind. Viele davon für die meisten, wenn auch nicht alle, schadlos. Dabei kannst Du herauszufinden, was früher einmal ganz normal war.

Lieber noch mal umdrehen?

kramola

Erst auf das eine Ohr gelegt, dann noch einmal auf das andere Ohr gelegt. Unsere Ahnen schliefen gerne im Zweiteiler. Bei Sonnenuntergang legten sie sich hin, um bis Mitternacht zu schlafen. Dann betete oder las man zwei Stunden lang. In der zweiten Hälfte der Nacht schlief man dann bis zum Sonnenaufgang.

Morgendliche Schreckschrauben

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Damit die Fabriken funktionierten, war es absolut notwendig, dass die Arbeiter rechtzeitig an der Stechuhr standen. Da es noch keinen Wecker gab, besorgten in Großbritannien von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis in die 1950er Jahre sogenannte „knocker upper" den Weckruf. Ihre Aufgabe war es, pünktlich Alarm zu geben, damit der Betrieb nicht durch Verspätungen zum Erliegen kam.

Kleider und Beinkleider

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Noch bis in die 1920er Jahre war es nicht unüblich, dass Jungen bis zu 8 Jahren Kleider angezogen wurden. Wahrscheinlich war es einfach günstiger, die Schneiderin mit der Herstellung eines Kleides zu beauftragen, als eine Hose anfertigen zu lassen. Deswegen lassen Kinderbilder unserer Ur- und Ururgroßeltern oft nur Vermutungen zu: Ist Marie ein Junge oder ein Mädchen?

Höher gelegt

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Sogenannte Chopinen, Plateauschuhe mit bis zu 50 Zentimeter hohen Absätzen und oft mit brokatüberzogenem Schaft, waren zwar auf der Höhe der Zeit, wohl aber in erster Linie zu dem Zweck erdacht, ihre Trägerinnen vor Schmutz und Straßenmatsch zu schützen. Besonders in Venedig erfreuten sie sich daher an Beliebtheit.

 

Gutes und schlechtes Blut

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Der Aderlass war eine gängige und von Medizinern praktizierte Methode, um Krankheiten zu heilen. Man entnahm bis zu einen ganzen Liter Blut und versprach sich davon einen positiven Effekt, denn man war der Meinung so das „schlechte Blut" voll Schlacken und Fäulnis vom „guten Blut" trennen zu können. Den Kranken brachte das nichts und schwächte sie nur zusätzlich.

Dem Waschzwang widersetzt

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Reinheit war im Mittelalter ein vorwiegend religiös verwendeter Begriff. Vor allem Herrscher konnten sich damit brüsten, durch ausgiebiges Pudern und Parfümieren auf das potenziell gefährliche Waschen ganz verzichten zu können. Wasser, so dachte man, verbreite Krankheiten. Läuse bezeichnete man als „Perlen Gottes".

Fixiert und fertig

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Früher waren Fotografien ein Luxus. Sie wurden nur zu besonderen Gelegenheiten angefertigt. Fotoaufnahmen dauerten aufgrund des aufwendigen Belichtungsprozesses zumal oft mehrere Stunden, was für alle Beteiligten sehr ermüdend sein konnte. Da konnte man eine Aufnahme gerne mal auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben und verewigte seine Angehörigen erst im Moment des Todes. Waren die Augen der Toten bereits geschlossen worden, malte man ihnen einfach Augen über die Augenlider.

Strahlende Schönheiten

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Wer schön sein will, muss leiden. Früher war man allerdings noch zu größeren Opfern bereit. Kaum hatte Röntgen bewiesen, dass Strahlung einen Nutzen hatte, begann der Verkauf von Radium in Kosmetika und Lebensmitteln. Von der Einnahme radioaktiver Mittel versprach man sich eine heilsame Wirkung.

 

Heroin aus der Drogerie

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Weil die Nebenwirkungen geringer ausfielen, als bei anderen damals bekannten Mitteln, verwendete man Heroin auch als Hustenmittel. Bayer hatte das Mittel 1896 angemeldet. Seit 1971 ist sein Verkauf in Deutschland verboten. Auch die Vorläufer des heutigen Crystal Meth waren in den 40er Jahren in deutschen Apotheken frei erhältlich. Hitler war süchtig und gab seiner unter Aufputschmitteln stehenden Armee seine Befehle unter dem Einfluss von Opioiden, die ihm sein Hausarzt verordnete.

„… das Nicht-Rauchen-Zeichen über den Sitzen …“

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Die Passagiere haben sich mittlerweile umstellen müssen. Heute sonst bedeutungslos zeugt das Nicht-Rauchen-Zeichen mit der durchgestrichenen, qualmenden Zigarette nur noch davon, dass es bald Zeit für neue Flieger wird. Da das Rauchen lange Zeit als lässliche Sünde galt, war es bis in die 60er Jahre auch in Flugzeugen erlaubt, zu rauchen.

Mobil in die Wasserlage

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Um zu verhindern, dass ihre Körper am Strand gesehen würden, nutzten die Menschen im 18. und 19. Jahrhundert Badekarren. Die Badekarren wurden mit den, meist in Ganzkörperanzügen bedeckten Männern oder Frauen einige Meter ins Wasser gefahren, von wo sie direkt ins Wasser gleiten konnten.

Recycling bevorzugt

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Ob von diesem Teller gegessen wurde, ist nach mehr als tausend Jahren kaum sicher zu wissen, darf aber bezweifelt werden. Vermutlich handelt es sich hier um einen Zierteller, der nur Dekorationszwecken diente. In der Not ist man auch heute vermutlich noch erfinderisch. Im antiken Griechenland gehörte es aber zum guten Ton, sein Geschäft mit Hilfe von Steinen oder abgeschliffenen Scherben zum Abschluss zu bringen.

Du denkst, dass die Menschen im Unterschied zu heute noch alle Latten am Zaun hatten? Irre!